Analogieübungen (oft als Indoor-Variante von Outdoor-Übungen bezeichnet) sind Aktionen von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden, in denen die Teilnehmer gemeinsam eine Aufgabe lösen. Dabei spiegeln sich die gewohnten Verhaltensweisen des Alltags in den Übungen (analog) wider. Zweck dieser Übungen ist es außerdem, im Training bzw. Workshop formulierte Ziele umzusetzen. Denn ein bloßes Besprechen löst i.d.R. keine Veränderungsprozesse aus. Zielformulierungen wie
werden konkret eingesetzt und trainiert. Schwierigkeiten werden sichtbar und Hilfen eingeübt. So wird theoretisches Wissen in praktisches Können verwandelt und langfristige Verhaltensänderungen werden möglich. Alle Aufgaben werden genau auf den Entwicklungsbedarf des jeweiligen Teams zugeschnitten.
Die moderne Hirnforschung zeigt, dass der Mensch 90 % des „Erlebten“, aber nur wenige Prozent des ausschließlich „Gehörten“ behalten kann: „Sage es und ich werde es verstehen, zeige es und ich werde es tun, lass es mich selbst erleben und ich werde es dauerhaft umsetzen können.“ Die Übungen werden als systemische Intervention eingesetzt. Das heißt, sie stehen immer im Zusammenhang zu den Reflexionen, in denen sich das Erlebte zur alltagstauglichen Erfahrung wandelt (Erfahrungslernen). Anders als im Alltag haben Handlungen und Verhaltensweisen in den Übungen direkte Folgen. So fallen Selbst- und Fremdreflexionen sehr viel deutlicher aus. Gleichzeitig können neue Verhaltensweisen gefahr- und folgenlos ausprobiert werden. Viele Übungsstrukturen spiegeln Elemente des Berufslebens wider: Kundenbetreuung, Führungsverhalten, Forschungs- und Entwicklungsabteilung etc. Dabei werden typische Themen wie Projektmanagement, klare Kommunikation, konkrete Zielabsprachen, sinnvolle Aufgabenverteilung usw. deutlich.
In der Diagnosephase
Im Training
Kommunikation fair und eindeutig
Die auf verschiedene Standorte verteilten Teilgruppen erhalten jeweils unterschiedliche, überdimensionierte Puzzleteile. Ziel ist es, dass alle Teilgruppen es schaffen, ihr Puzzle fertig zu stellen. Damit dies gelingt, müssen Teile getauscht werden. Dies geht nur, wenn die Teilnehmer das Benötigte präzise beschreiben und an den Treffpunkten deutlich machen, was sie suchen, aber auch, was sie abgeben können (Hilfe nehmen und geben).
Führung und Verantwortung
Eine Führungsgruppe bekommt den Kundenauftrag, eine bestimmte Formation mit dem Seil zu legen. Dieser Auftrag wird an das „mittlere Management“ weitergegeben, welches schließlich den Auftrag an die „Produktion“ übermittelt. Bei dieser Übung wird deutlich, welche Schwierigkeiten auftreten können, „oben“ zu erfahren, was „unten“ geschieht. Ebenso werden die Probleme der mittleren Ebenen und die Unsicherheiten in der Produktion deutlich.
26.11.2010 | Roland Florin ist "Geprüfter Business-Trainer BDVT"